Kurioses Getriebelager der Ausgangswelle

Pilot

Well-known member
Wie einige die am WS waren gesehen haben hatte Peter's (Pferd) seine GPZ (ist ein RX Motor drin) erhöhtes Spiel an der Ritzewelle.... diese ließ sich darin hoch und runter bewegen..... Motor ausgebaut und zerlegt.... heute mal die Welle zerlegt und das Lager das heftig Luft auf der Welle hatte demontiert....
Dabei kam etwas wirklich kurioses zu Tage.... Das Lager das dort montiert war ist kein Lager das mit irgend einem der Teilelisten weder von GPZ 900 noch RX oder ZZR übereinstimmt.
Laut den Ersatzteilkatalogen sind in den betreffenden Motoren überall die gleichen Lager jeweils auf der Kupplungswelle und auf der Ausgangswelle montiert.
Bei diesem Motor entspricht das Lager der Kupplungswelle dem Standard aber das Lager der Ausgangswelle ist eines von FAG deutscher Herkunft das im Aussendurchmesser rund 3 mm größer, im Innendurchmesser ca. 2,5 mm größer und in der Lagerbreite auch ca. 2 mm größer ist wie die sonst überall verwendeten Lager.
Dies bedeutet daß das Motogehäuse im Bereich der Lageraufnahme der Lagergröße angepaßt wurde, statt des üblichen Halbringes befindet sich auf dem Lager ein kompletter Ring der so wie es aussieht an die Nuttiefe des Motorgehäuses angepaßt wurde. Da die Welle um rund 2,5 mm dünner ist wie das Innenmaß des verwendeten FAG Lagers (30 mm) wurde die Differenz durch eine Hülse ausgeglichen....
Genau dort liegt der Grund des Spiels.... weder die Welle noch das Lager selber sind beschädigt sondern lediglich die mit Sicherheit nicht werksseitig verbaute Hülse ist zerbrösselt. Siehe Bilder....
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Das seltsame ist das ja das Motorgehäuse auf das Außenmaß des verwendeten Lagers aufgespindelt und danach wieder eine umlaufende Nut für den Lagerring eingefräßt worden sein muß.... Was einen riesen Aufwand bedeuten würde mit entsprechend hohen Kosten......
Ist aber am Motorgehäuse nicht ersichtlich das dort vielleicht unprofesionell rumgepofuscht wurde oder so..... mir irgendwie unerklärlich das ganze (Hab das alles auch mal verglichen mit meinem ja noch zerlegten RX Motor wo eben die Standardlager rein passen.....
Bin nun gezwungen genau dieses FAG Lager durch ein neues zu ersetzten und wiederrum bei der Montage eine Distanzhülse zwischen Welle und Lagerinnenring zu verwenden da die Orginallager nach Kawa Teilelisten einfach für das Motorgehäuse zu klein wären (könnte man locker da durch schmeissen).
Da meine olle Drehbank nicht mehr so die allergenauste ist zumindest für die Anfertigung einer Distanzhülse mit entsprechender Preßpassung auf der Welle innen und Außen für das entsprechende Lager ( 100 stel mm Bereich nach Tabellebuch) bekomme ich diese jetzt bei meinem Lagerfuzzi auf dessen CNC Drehbank angefertigt.

Jedefalls alles sehr Kurrios mit dem Lager..... Wenn jemand sowas schon mal gesehen oder festgestellt hat oder Informationen zu solch einer Lagerkonfiguration hat würde ich mich sehr über entsprechende Infos freuen... Sämtliche Recherchen in Kawa Ersatzteilkatalogen bei 900R, RX und ZZR Motoren waren jedenfalls ohne Erfolg)

Noch ein Hinweis: Die Orginal Kawa Lager sind Kugellager mit 7 Kugeln, das verwendete FAG Lager hat 8 Kugeln....
 
Solche Sachen werden gemacht wenn keine Ersatzteile verfügbar sind oder unverschämt teuer - Quasie nach der Garantie und das Modell ist noch Quasie neu. Wenn man in 86 einen 900R Motor suchte ging das im 2000 DM Bereich los
 
Schon seltsam... kann mir nur vorstellen das der original Lagersitz vielleicht schon mal ausgeschlagen war und das jetzt die einzige Möglichkeit war, doch noch ein Lager einzusetzen.
Ist klar Pfusch und würde ich auch sicher nicht machen aber zumindest wäre das eine Erklärung für das falsche Lager.

Ups, Rüdiger war schneller...
 
Solche Sachen werden gemacht wenn keine Ersatzteile verfügbar sind oder unverschämt teuer - Quasie nach der Garantie und das Modell ist noch Quasie neu. Wenn man in 86 einen 900R Motor suchte ging das im 2000 DM Bereich los
So in die Richtung hatte ich auch schon gedacht..... aber was ein Aufwand.... Motor zerlegen, mindestens die Ausgangswelle komplett ausbauen, Gehäuse wieder zusammenschrauben, auf Lagermaß ausdrehen bzw Ausfräsen, Lagernut wieder einfräsen...... etc. etc.
Aber zumindest im Motorgehäuse so sauber gearbeitet (der Lagersitz) das man eigentlich nicht feststellen kann das dort nachgearbeitet wurde......
Nu muß aber wieder das gleiche Lager verbaut werden..... FAG Lager mit passender Presspassungshülse kommt aber wohl nicht teurer wie das Orginal Kawa Lager und da der Motor sonst technisch recht ordentlich ist.......

Also einfach machen und unter "Kuriosses" verbuchen....
 
Angenommen die ganze Geschichte ist gut 20 Jahre her. Vielleicht gibt es ja inzwischen ein passendes Lager, so das du keine Hülse mehr brauchst. Hast du schon mal nachgesehen?
 
Angenommen die ganze Geschichte ist gut 20 Jahre her. Vielleicht gibt es ja inzwischen ein passendes Lager, so das du keine Hülse mehr brauchst. Hast du schon mal nachgesehen?
Ja Lagertabellen sowohl von FAG als auch Timken studiert aber nix passendes gefunden.
Außenmaß waren glaube ich 70 mm ,gibt es einige aber das Innenmaß sprich Wellenmaß der GPZ Getriebewelle hat einen ganz ungeraden Wert (glaube ich hatte 27,76 oder so gemessen)..... und das ganze dann noch als Lager mit Nut an der passenden Stelle:s229:
Die Welle ist Oberflächengehärtet und dort das Maß zu ändern wäre noch mehr Pfusch und Aufwand wie wieder einen Presspassungshülse dafür zu machen.
Wenn es dann wieder 20 jahre hält:s215:
Zumal ich annehme das die Kettenspannung zu groß war und somit der Druck auf die Hülse zu deren Zerstörung geführt hat......
 
Bliebe ja auch noch die Möglichkeit, ein Originallager zu nehmen, eine Buchse für den Außendurchmesser zu machen und die dann einzukleben. Halte ich eigentlich mechanisch für sinnvoller.
 
Bliebe ja auch noch die Möglichkeit, ein Originallager zu nehmen, eine Buchse für den Außendurchmesser zu machen und die dann einzukleben. Halte ich eigentlich mechanisch für sinnvoller.
Von der Kräfteverteilung vielleicht schon da die Lagerbelastung durch den Zug der Kette sich auf eine grössere Auflagefläche verteilt aber eine Buchse für Aussen müsste 2 - teilig (Halbschalen) gestaltet werden, müßte eine Ringnut von Aussen für das Gehäuse aufweisen und auf der Innenseite genau dort ebenfalls eine Nut für den Ring im Lager der im gleichen Bereich wäre und bei nur 3 mm Durchmesserunterschied würde diese im Bereich der Nut recht Schwach, sofern überhaupt noch was übrig bliebe.....
3 mm Durchmesserunterschied gesamt ergäbe gerade mal eine Wandstärke der Hülse von 1,5 mm:s221:
 
Ich sehe gerade keinen Sinn in irgendwelchen Nuten, wenn du die Halbschalen und das Lager einklebst. Halbschalen könnte man z.B. auch aus 1,5mm Blech machen und rollen.

Allerdings bin ich auch nicht so ein Crack wie du und werde den Teufel tun, dir was einreden zu wollen.
Nimm es einfach nur als Denkanstoß.
Ich würde für mich selbst wahrscheinlich das gesamte Gehäuseteil wechseln, bin da ein wenig paranoid.
 
Ich sehe gerade keinen Sinn in irgendwelchen Nuten, wenn du die Halbschalen und das Lager einklebst. Halbschalen könnte man z.B. auch aus 1,5mm Blech machen und rollen.

Allerdings bin ich auch nicht so ein Crack wie du und werde den Teufel tun, dir was einreden zu wollen.
Nimm es einfach nur als Denkanstoß.
Ich würde für mich selbst wahrscheinlich das gesamte Gehäuseteil wechseln, bin da ein wenig paranoid.
Einreden laß ich mir so schnell nix 😉
Prinzipiell könnte man das alles auch einkleben (bei Außenschalen, aber wenn der Motor dann mal wieder Auseinander muß fängt man mit Heiß machen usw. an.
Der Lagerfuzzy will rund 35 - 40 € für das Lager + noch mal rund 40 € für Presspassungshülse anfertigen und das ganze zusammenpressen + Mwst. also rund einen Huni..... Das Orginallager kostet bei Kawa etwas über 80 € und ich müsste trotzdem noch was basteln.... und für Peter soll das ganze ja auch bezahlbar bleiben....und das Mopped trotzdem wieder Zuverlässig auf die Strasse....
 
Die Lösung ist doch ganz einfach. Pferd hat das Mopped noch zu DDR Zeiten in den Osten geschmuggelt. Als dann das Lager defekt war gab es nur die Möglichkeit ein Trabbi oder MZ Lage zu verbauen. So einfach ist das. Hat er sich nur nicht getraut zu sagen :s215: 😉
 
Falls Du doch auf sicher gehst und ein Gehäuse brauchst, ich hab noch ein paar gute hier liegen und wäre nicht traurig, wenn es eines weniger wird. Geschenkt natürlich. :s017:
 
Falls Du doch auf sicher gehst und ein Gehäuse brauchst, ich hab noch ein paar gute hier liegen und wäre nicht traurig, wenn es eines weniger wird. Geschenkt natürlich. :s017:
Hallo Heiko
danke für das Angebot.... denke aber das ganze ist mit der Hülse dann auch wieder OK und man spart die ganze Umbauerei....rein theoretisch ist das größere Lager (mal ganz abgesehen von der Geschichte mit der Hülse) sogar besser was die Lagerhaltbarkeit und Belastungsgrenzen anbetrifft wie die orginal kleineren Lager....
Von Gehäuse zu Gehäuse gibt es ja auch Unterschiede in den Hauptlagerdurchmessern der Gehäuse gibt es laut Handbuch Unterschiede so das wenn man Pech hat auch noch neue Kurbelwellenlager fällig wären....
Wenn Du Platz brauchst hab ich aber immer ein offenes Ohr..... hab noch die Gene vom Jäger und Sammler in mir und Platz hab ich zur genüge wie Du ja gesehen hast......:s100:
 
35-40 € für das alberne Lager ??? Stolzer Preis :s124:
Stimmt, weiß das ich die Lager im Netz teilweise erheblich günstiger bekomme... aber der macht mir auch die Buchse und wenn der dann Mist baut fahr ich hin und trete den in den Allerwertesten...... (zumal die ganze Geschichte nicht wesentlich teurer wie ein hier ja nun nicht mehr passendes Orginallager von Kawa ist - welche es leider wegen seltsamer Masse nicht von anderen Lagerherstellern gibt - hatte ich schon mal versucht über verschiedene Europäische Hersteller zu beschaffen)
 
Die Lösung ist doch ganz einfach. Pferd hat das Mopped noch zu DDR Zeiten in den Osten geschmuggelt. Als dann das Lager defekt war gab es nur die Möglichkeit ein Trabbi oder MZ Lage zu verbauen. So einfach ist das. Hat er sich nur nicht getraut zu sagen :s215: 😉


könnt so sein ,
da es damals einfach war an einem bohrwerk was zu bearbeiten :s027:,

da war nix mit cnc oder großserienfertigung im reparatursektor :s121:, alles handmade 😉,

und war nicht von axialem spiel die rede ??

gruß aus dem osten
 
Zuletzt bearbeitet:
Meine bescheidenen Erfahrungen in der Motorinstandsetzung haben ergeben:
Die Konstrukteure machen da wohl ab und an Schmuh, aus bisher ungeklärten Gründen...
Als ich mal einen DR 650 Motor zerlegt hatte um ihn wieder ins Leben zu erwecken fand icha uch ein paar Lager es stand dann eine gängige Nummer drauf, ( nagelt mich nicht drauf fest) 6404 oder so, cool dachte ich, die haben wir da, die Lager geholt, eingebaut aber die Mistdinger wollten nicht ganz rein in die Passung, da hat kein Hämmern und warmmachen geholfen, bis wir dann ( wir warn zu zweit) Tage später bemerkt haben, als wir neues und altes Lager zum direktvergleich nebeneinander gelegt haben: das lager war um 3mm schmaler ( in der Breite) als das Normlager... danach dann die Recherche, das Lager gibts, aber ist für den freien Verkauf gesperrt, also eine Sondergröße, die man nur beim hersteller bekommt, kostete auch nur um die 30€ damals, das Normlager wäre um 5 € gekommen.... da machen die Japaner ( wohl auch andere) einfach mal ne Kleinserie spezielle Sachen, so das man immer zum mehr oder weniger freundlichen muß und dann mal richtige ausbluten kann das Kurbelwellenlager an der besagten Dr war genauso ein Sonderteil, Normgröße aber mit Spannstift um das Verdrehen zu verhindern im Aussenring, Preis an die 100€, da habe ich dann auf das Normlager zurückgegriffen und massig Lagerkleber hochfest genommen, immerhin habe ich das Moped damals für 200€ gekauft da kaufe ich doch kein lager für die Hälfte der Summe was ich bezahlt habe..
Sorry für OT, aber ich wollte mal deutlich machen, das die Hersteller da gerne "Speziallösungen " haben... da ist es dannauch nicht verwunderlich, wenn jemand so reperaturen anders durchführt, denn ganz dumm ist die Sache ja nicht gewesen, nur bei einem Defekt, wie hier jetzt, kommt man ins rödeln....
 
nee, radiales Spiel, axial war ok

hast recht :s100:,

hatte an den post von greif im beitrag gedacht .

"" Ich hab da mal eine Frage zum Thema Spiel am Getriebeausgang...
sprecht Ihr von radialem oder axialen Spiel??
Warum die Frage ist einfach erklärt....ich hab axiales Spiel am Getriebeausgang d.h. ich kann das festgeschraubte Ritzel incl. der Welle ca 1-2 mm rein und rausschieben allerdings "wackelt" es nicht hin und her....
Nach meinem Verständniss sollte das Hauptlager an sich noch OK sein ich kanns mir aber nicht erklären wohin die Welle "verschwindet"...
Es wäre schön wenn mir jemand in diesem Fall weiterhelfen könnte!

Gruß

Greif ""

hat sich darum schon einer gekümmert ??


zu diesen problem hier ,wie währe es damit :

eine hüse auf die welle aufschrumpfen und dann auf das außenmaß bearbeiten (drehen/schleifen).
besser währe es die hüse vorher zu fertigen und zu härten .

welche genauen maße hat das lager jetzt ,30 innen gebraucht wird 27 ?

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Zuletzt bearbeitet:
Mal als Idee:
es gibt auch Wellenschutzhülsen (werden glaube ich auch als Sleeves bezeichnet) mit denen man verschlissene Wellen reparieren/ auffüttern kann.
Die haben wir bei meinem Volvo auf die Nockenwellen aufgeschoben, da die Dichtringe nicht mehr 100% gedichtet haben. Die soll es in vielen Größen/ Abstufungen geben, ich weiß nur nicht, was die für eine Härte haben, aber vielleicht gibt es da auch Unterschiede.

Gruß Micha
 
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