Welche Brems- und Kupplungspumpe? Für 900R

hallo he-man, mal ein ganz anderer aspekt:
soweit mir bekannt ist, ist JEDE änderung an der bremsanlage eintragungspflichtig. da die jungs vom tüv keine mir bekannte form von humor besitzen, solltest du das vielleicht vorher abklären. das wird natürlich einfacher, wenn man nichts am hydraulischen übersetzungsverhältnis ( durchmesser des bremskolbens ) ändert.
wichtig wäre wohl auch, wie der bremslichtschalter betätigt wird und ob das bei dem neuen so ohne weiteres passt.
falls du doch einen anderen kolbendurchmessr verbauen willst ( eine "nummer" grösser oder kleiner ist normalerweise kein problem ) folgender hinweis: ein grösserer kolben ergibt einen "härteren" druckpunkt und einen kleineren dosierbereich ( tendiert in die richtung alles oder nix ).
ein kleinerer kolben ergibt einen etwas "weicheren" druckpunkt und einen breiteren dosierbereich.
letzten endes ist das wohl eine frage des persönlichen geschmacks.
ich hoffe ich kann dir damit weiterhelfen, gruss st.
 
Moin, beim Punkt Eintragung gebe ich maverick Recht, das solltest du vorher abklären.
Das ein größerer Kolbendurchmesser einen Allesnichtoderbremspunkt nach sich zieht ist Quatsch.
Ich verbaue ausschließlich 19er Radialbremspumpen in Verbindung mit Stahlflexleitungen und Sinterbelägen.
Das hat bisher an noch jeder Maschine (Speed Triple 900, Speed Triple 1050, Daytona955, Ducati ST4, RF 900R, Zephyr 750) einen riesen Zugewinn an Dosierbarkeit und Gefühl für die Bremse gebracht.
Es stimmt schon das beim Umbau, gerade von älteren Bremsanlagen, das Gefühl aufkommt das bremst wie die Hölle, aber das ist nur eine reine Gewohnheitssache.
Dafür ist es gigantisch was man plötzlich für ein Gefühl für den Bremsvorgang mit nur ein bis zwei Fingern hat.
Als letztes sei noch angemerkt das die Bremsleistung der Sättel nicht automatisch höher wird nur weil die Pumpe deutlich größer ist.
Du kannst eine Ratte kämmen wie du willst, es wird doch keine Perserkatze, und ganau so wenig wird aus eine Zweikolbenanlage eine Brachialbremse.
Da kann nur eine Zusammenstellung der Komponenten (Pumpe, Leitungen und Beläge) eine Verbesserung bringen.


Gruß Gerry
 
> Das hat bisher an noch jeder Maschine (Speed Triple 900, Speed Triple
> 1050, Daytona955, Ducati ST4, RF 900R, Zephyr 750) einen riesen
> Zugewinn an Dosierbarkeit und Gefühl für die Bremse gebracht.

Wenn das so einfach ist dann frage ich mich wieso das die Hersteller
nicht selber so machen. Das waer doch fuer die kein Problem und verursacht noch nichtmal Kosten.

> Dafür ist es gigantisch was man plötzlich für ein Gefühl für den
> Bremsvorgang mit nur ein bis zwei Fingern hat.

Ob man nur zwei Finger braucht oder ordentlich reinlangen muss scheint mir auch egal. Man hat sich ja nach ein paar Tagen an die jeweilige Bremse gewoehnt und dann ist es okay wie es halt ist.

> Als letztes sei noch angemerkt das die Bremsleistung der Sättel nicht
> automatisch höher wird nur weil die Pumpe deutlich größer ist.

Darueber staune ich auch nur. Wenn ich mit einer Bremse ein Rad zum blockieren bringen kann dann ist das immer ausreichend. Mehr geht einfach nicht. Vorteile koennte ich hoechstens in einer Bremse sehen die mehr Waerme abfuehren kann damit man haeufiger maximal bremsen kann. Aber da reicht eine andere Pumpe wohl kaum aus.

> Da kann nur eine Zusammenstellung der Komponenten (Pumpe,
> Leitungen und Beläge) eine Verbesserung bringen.

Ich frag mich ja immer wieso man etwas verbessern sollte. Ich fahr die RX (vom Vorbesitzer auf Stahlflex umgebaut) und eine steinalte 75/7. Bei der BMW geht ein Drahtseil (!) bis unter den Tank, da ist der HBZ und von dort dann eine Gummiwurst bis zum Rad mit einer wirklich schlechten ABE Schwenksattelbremse.
Ich glaub viel groesser koennen die Unterschiede mit einer Bremsanlage nicht sein. <BG> Trotzdem kann man mit beidem fahren. Man passt sich halt jeweils an die Bremse an. Daher erstaunt es mich immer was fuer einen Aufwand und Geld Leute in eine angebliche Verbesserung stecken.

Ich wuerde es z.B fuer viel sinnvoller halten wenn man die Spiegel deutlich verbreitern koennte (ich an der RX schon eine kleine Verbreiterung dran) damit man nicht immer die eigenen Schultern im Rueckspiegel sieht.

Olaf
 
Ich führe das hier grad mal fort, weil ich die Kupplungs- und Bremspumpe der Blauen nach 27 Jahren und weit über 100T Km auch gegen was Neueres tauschen möchte. Ich habe mich für die Armaturen der ZRX bzw. ZZR 1200 entschieden, weil ich die "Pissbecher-Armaturen" nicht mag.


@ Darkover

Mal kurz zum Thema Umbau oder Verbesserung der Bremse: Bis 50 Km/h bringst Du wahrscheinlich jede Bremse zum Blockieren. Aber darüber, am Besten noch im Soziusbetrieb, taucht das Problem dann erst auf. Da merkst Du dann, wie gut die Bremse wirklich ist.

Ich fahre die ZL 900 mit Gußscheiben, Stahlflex und neuen Belägen. Dazu sind die Sättel auch überholt. Trotzdem ist das bei Tempo 100 im Vergleich zur Blauen mit der großen Bremse ( 310er Scheiben + 6-Kolbensättel eher wie der berühmte Fuß im Asphalt.

Sei mir nicht böse, aber die R75 hat schon in damaligen Tests mit Drahtseilbremse schlecht abgeschnitten, genauso wie auch die Z1R. Und wenn ich teilweise bei alten Moppeds sehe, wie sich die schöne originale Gummileitung beim Bremsen aufbläht, dann verstehe ich nicht, wie so etwas noch TÜV bekommt. Hauptsache, sie können sich über fehlende Reifenfreigaben aufregen, solange die Bremsleitung nicht porös ist.

Man braucht keine Kopfstandbremse, aber eine Bremse, die auch bei Landstraßentempo und schneller noch Reserven hat, ist schon von Vorteil.

Gruß, Alex
 
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Alex, ich will es mal von der anderen Seite betrachten

Wer bremst verliert, ich habe gerade mal wieder verloren, weil die max. Bremsleistung der 1-Kolbenbremse durch einen Zebrastreifen zum blockieren des Vorderrades geführt hat und das war während der leichten Lenkbewegung suboptimal.

Ich behaupte einfach mal, das die meisten Mitglieder hier im Forum, mich eingeschlossen, selbst die max. Bremsleistung der Originalbremsanlage gar nicht nutzen können. Zum Einen weil sie es nie probiert oder gelernt haben und zum Anderen weil sie einfach Schiss haben. Die original Anlage ist schon zu einer erstaunlichen Bremsleistung in der Lage, aber man muss auch den Mut und das Können haben das zu nutzen. Ist die Bremse gut gewartet mit entsprechenden Belägen und Stahlflexleitungen, dazu noch griffige Reifen, ist die halbe Miete schon im Sack. Das Problem ist aber, das man über das Stück Asphalt auf dem man nun die max. Verzögerung erreichen möchte, nur aus seinem mehr oder weniger großen Erfahrungsschatz, mutmaßen kann. Will damit sagen das der Asphalt einen erheblichen Anteil an der max. Verzögerung und dessen Erfolg hat.

Auf der Rennstrecke ist das was ganz anderes da kennen ich nach mehreren Runden den Asphalt und da kann ich dann auch über eine bessere Bremsanlage noch gewaltig was rausholen. Aber sogar hier gibt es Unwägbarkeiten, mit denen man einfach rechnen muss, die aber gern ausgeblendet werden. Ich denke hier an Sand, Dreck, Kies, Öl oder Benzin auf der Fahrbahn, was in der Runde zuvor eben noch nicht da war und schon sind wir wieder bei These eins, wer bremst verliert.

Meiner Meinung nach, das einzig Vernünftige ist eine Weichei-Bremsanlage mit ABS, aber das hatten wir ja gerade gestern am Telefon schon für gut befunden.

Gruß Micha, der viel besser bremsen könnte als er sich traut.
 
Also, in den Dolos fahre ich die Pumpen der ZZR 1200 mit 6 Kolben GSSxR Sätteln. Das macht ein sicheres Gefühl - in Verbindung mit der Hinterradbremse.
Die ZZR Sättel gingen nach der ersten Tour in die Tonne.
Liegt auch an meinem Kapfgewicht..
und selbst auf der Bergtour muss ich den Hebelvßersteller schon mal nachstellen. Und nach 6000km sind vorn die Beläge weg.
 
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Dann will der Frequent Poster 🙂 auch etwas dazu schreiben.

Ich unterstütze die Darstellung vom Micha. Mein Vorderrad an der A1, an der 1000 RX und der aktuellen A8 habe ich mit der Serienanlage schon zum blockieren gebracht. Das Gefühl fürs bremsen teste ich zwischendurch immer wieder mal. Wenn die Straße frei ist einfach mal beschleunigen und mit schmackes in die Eisen steigen. Mir hilft es.

Das bedeutet nicht das ich in allen Lebenslagen das Bremsen beherrsche, aber ein gutes Gefühl dafür entwickeln kann.

Bei verschiedenen Sicherheitstrainings kann man 👎 das Bremsen lernen und ich bin froh, dass ich schon einige Trainings hinter mir habe.
Meine Bremsen werden regelmäßig kontrolliert und gewartet. Ich bleibe bei der Serienbestückung mit Stahlflexleitungen.

Immer genug Belag auf den Klötzen und sauberen Asphalt.

kawamannsane (Lutz)
 
Die originale 1 Kolbenanlage ist ja auch gut, gegen die kann man nix sagen.
Aber was machst, wenn du ein anderes Fahrwerk hast und weder die Scheiben noch die Sättel passen??
Dann muss umgebaut werden. Und da haben sich die 6 Kolben Tokico's halt als recht brauchbar herauskristallisiert.
 
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