Krummes Pleuel auswechseln

atimoc

Member
Guden an alle Gasomaninnen und Gasomanen!

Nachdem mein Motor wieder platt gegangen war, dachte ich mir, holst dir 'nen anderen gebrauchten. Hab einen gefunden, laut Vorbesitzer mit schlechter Kompression auf 2 Pötten, naja, hab ihn dann recht günstig bekommen.

Dann also mal den Kopf runter und schauen, ob's die Ventile sind ... ne, sind's nicht, aber einer der Kolben hängt 3mm tiefer. Dann Zylinderbank runter und wie ich's dachte: ein krummes Pleuel!

Pleuel_1.webp Pleuel_2.webp

Kein Ding, dachte ich mir, es ist Nummer 3, also kann man das ohne Motor zu spalten wechseln, nimmste eines aus deinem anneren Motor. Aaaaber andere Gewichtsmarkierungen. Merde!

Also, bevor ich mir nun ein Pleuel mit der zu meinem Motor passenden Gewichtsmarkierung besorge, wollt ich mal fragen, ob man die so ohne weiteres tauschen kann, bzw. was dabei so zu beachten ist. Was ich schon zusammen hab ist folgendes:

- Gewichtsmarkierung gleich -> muss J sein
- Pleuelaugendurchmessermarkierung gleich -> bei mir kein Kreis um das J
- beim Einbau Spiel messen
- ... ?

Haben die Nummern auf dem Pleuel noch was zu sagen. Bei mir: Japan 990 und am Pleuelfussdeckel 99010 (naja, oder 01066?)?

Wenn das also so ginge (Pleuel holen mit 'J' und kein Kreis ums J, Lagerspiel ausmessen, zusammenbauen und fertig), dann starte ich hier auch gleich schon 'ne Anfrage, ob einer von euch so ein Pleuel rumliegen und zu veräussern hat.

Denn der Rest vom Motor sieht noch Top aus. Kolben und Zylinder sind Top, Kopf so 3/4 OK, aber da nehme ich meinen alten und der Rest sieht super aus: kein Schmodder in der 710-Wanne, gesunde Pleuel-Farben, ...

Ich wünsch euch 'ne freie Bahn,

der Martin
 
Mir fällt grad noch ne andere Lösung ein: Durch kontrollierten Benzinschlag in den anderen Zylindern die anderen Pleuel genauso verbiegen und dann die Zylinderbank abplanen! :s105:Wenn nur das Benzin nich so teuer wäre...

Frohen Tag der Arbeit :s049:
 
ich hab es im anderen Fred ja schon beschrieben, bin auch gerade dabei.

Also 3 Pleuel mit Markierung "J" hat Volker Wildung noch liegen, denn eins habe ich ihm abgekauft.

Aber so einfach austauschen würde ich es nicht, denn ich habe alle nachgewogen und eine Gewichtsdifferenz von knapp 5 Gramm festgestellt. Das mag wohl noch in der Toleranz sein, sonst hätten nicht alle den gleichen Buchstaben, aber für die Laufruhe des Motors ist es nicht förderlich. Ich habe alle auf exact das gleiche Gewicht gebracht und hoffe die Vibrationen, die der Motor vorher hatte etwas minimiert zu haben. Kolben habe ich natürlich auch ausgewogen und die KW haben wir gerichtet. War in der Mitte 2,5/100stel unrund und wir haben es auf 5/1.000stel reduziert.

Viel Glück Gruß c-de-ville
 
@ Micha: Wie hast du denn die Pleuel und Kolben auf einheitliches Gewicht gebracht ?

Ich würde da stumpf wie ich bin einfach was abschleifen . 5 Gramm sind ja nicht die Welt
 
@ Micha: Wie hast du denn die Pleuel und Kolben auf einheitliches Gewicht gebracht ?

Ich würde da stumpf wie ich bin einfach was abschleifen . 5 Gramm sind ja nicht die Welt

genau, so habe ich das gemacht. Sind doch sehr grob gefertigt und es gibt jede Menge Gussgrate, sollte das nicht reichen, nimmt man an den Stellen was weg wo Materialanhäufung ist. 5 Gramm Alu ist aber schon ein Haufen Späne, aber die Kolben waren auch genauer. Ich glaube 3 Gramm.
Bei meinem NSU Rennmotor hatte ich damals pro Pleuel 70 Gramm weggenommen, da muß man schon ein bißchen mehr aufpassen, denn so viel Größer sind die auch nicht. Aber eben doch wesentlich gröber gefertigt.
Das war auch der erste Motor, wo ich alle Teile ausgewogen hatte und es war so überzeugend, das ich es bis heute bei jedem revidierten Motor so gemacht habe.

Gruß Micha
 
Und wenn mans noch besser machen will, dann auch die Masseverteilung rotierende zu oszillierende Masse angleichen, z.B. mittels zweier Digitalwaagen.
Damit ist dann die Gewichtsmarkierung an den Pleuel hinfällig.

Grüße

Michael
 
Und wenn mans noch besser machen will, dann auch die Masseverteilung rotierende zu oszillierende Masse angleichen, z.B. mittels zweier Digitalwaagen.
Damit ist dann die Gewichtsmarkierung an den Pleuel hinfällig.

Grüße

Michael


😀 😀 😀

Sorry, mein erster Gedanke war, das hört sich an wie Post #2.

:s089::s124::s216:
 
Wieso, stand das schon irgendwo? Sry, hab ich vielleicht überlesen, wollte hier keine Wiederholungen bringen.

Oder meinst, weil es Quatsch ist? Ist es aber nicht...


Grüße

Michael

Micha, hast Du es schon mal gemacht?

Ich wollte es machen, aber Du bekommst keine genauen Ergebnisse, jedenfalls nicht auf der Heimwerkerebene. Mit vernünftigen Apparaturen mag es gehen. Ich bekam jedenfalls jedesmal einen anderen Wert, war zwar immer nur im Bereich von 1-2 Gramm, aber ich wollte es ja besser als genau machen. Außerdem kenne ich es so, das man das Pleuel an einer Seite aufhängt austariert und dann die andere Seite wiegt. Die Pleuel bei Kawa sind im unteren Bereich aber ganz ordentlich und gleichmäßig gefertigt, den Gewichtsunterschied bringt nach meiner Bearbeitung die Gusskante am Schaft, die doch sehr unterschiedlich ausfällt.

Gruß Micha
 
Wieso, stand das schon irgendwo? Sry, hab ich vielleicht überlesen, wollte hier keine Wiederholungen bringen.....l

Nene, sollte nur ein Scherz gewesen sein. Ich dachte mir nur, bei jedem werkstattmässigem Versuchsaufbau, um das hinzukriegen, hau ich lieber alle Pleuel krumm 😀.

Grüsse,

Micha....der von vibrationsfreiem Lauf träumt
 
Micha, hast Du es schon mal gemacht?

Ich wollte es machen, aber Du bekommst keine genauen Ergebnisse, jedenfalls nicht auf der Heimwerkerebene. Mit vernünftigen Apparaturen mag es gehen. Ich bekam jedenfalls jedesmal einen anderen Wert, war zwar immer nur im Bereich von 1-2 Gramm, aber ich wollte es ja besser als genau machen. Außerdem kenne ich es so, das man das Pleuel an einer Seite aufhängt austariert und dann die andere Seite wiegt. Die Pleuel bei Kawa sind im unteren Bereich aber ganz ordentlich und gleichmäßig gefertigt, den Gewichtsunterschied bringt nach meiner Bearbeitung die Gusskante am Schaft, die doch sehr unterschiedlich ausfällt.

Gruß Micha

Ja, hab ich.
Aber die Methode mit dem Aufhängen funktioniert nicht, da der Auflagerpunkt im großen Pleuleauge jedesmal minimal verrutscht. Schon dadurch verschieben sich die Masseverhältnisse um mehere Gramm.
Ich hab mir für die Kurbelwellenpleuelseite einen Adapterring gedreht (Teflon war grade da) und in die Mitte eine Bohrung für einen Kolbenbolzen gebohrt. Dann hab ich in das obere Pleuelauge den zugehörigen Kolbenbolzen reingesteckt und beide Seiten mit jeweils mit einem Auflager (Cuttermesserklingen) auf je eine Waage gestellt. Die Waagen hab ich horizontal so ausgerichtet, daß die Auflagerpunkte waagerecht sind. Den Adapterring mit dem kolbenbolzen stecke ich dann jeweils um.
Damit lassen sich wiederholbare Erbenisse im Auflösebereich der Waage (0,2g) erzielen.
Ich hatt hier auch schonmal ein Foto von der Konstruktion eingestellt...

Grüße

Michael
 
Ja, hab ich.
Aber die Methode mit dem Aufhängen funktioniert nicht, da der Auflagerpunkt im großen Pleuleauge jedesmal minimal verrutscht. Schon dadurch verschieben sich die Masseverhältnisse um mehere Gramm.
Ich hab mir für die Kurbelwellenpleuelseite einen Adapterring gedreht (Teflon war grade da) und in die Mitte eine Bohrung für einen Kolbenbolzen gebohrt. Dann hab ich in das obere Pleuelauge den zugehörigen Kolbenbolzen reingesteckt und beide Seiten mit jeweils mit einem Auflager (Cuttermesserklingen) auf je eine Waage gestellt. Die Waagen hab ich horizontal so ausgerichtet, daß die Auflagerpunkte waagerecht sind. Den Adapterring mit dem kolbenbolzen stecke ich dann jeweils um.
Damit lassen sich wiederholbare Erbenisse im Auflösebereich der Waage (0,2g) erzielen.
Ich hatt hier auch schonmal ein Foto von der Konstruktion eingestellt...

Grüße

Michael

das ist natürlich perfekt, aber beim 1. Mal auch ein riesen Aufwand.
Wenn ich bedenke wie grob die Pleuel original gefertigt sind, ist meine Heimwerkermethode, für mich, völlig ausreichend. Meine bisherigen Ergebnisse haben es jedenfalls bestätigt.

Gruß Micha
 
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