Stellung der Drosselklappe im Leerlauf

GumboldM

Member
Guten Tag zusammen

Wie in der Beschreibung hinterlegt würde mich interessieren, wie in etwa bei euch die Stellung der Drosselklappe im Leerlauf aussieht. Genauer gesagt:
-> Ist die Drosselklappe durch den Anschlag leicht geöffnet so dass man das mit bloßem Auge erkennen kann?
-> Wie viele der 4 Bohrungen (von der Leerlaufdüse?) sind bei euch zu sehen?

Laufleistungsbedingt sind die Drosselklappen mit Ihren sitzen sicher schon ein wenig eingelaufen wodurch bei mir ein unangenehmer Effekt auftritt (Anschlagschraube ist komplett zurück gedreht):
- Schließe ich die Drosselklappe langsam, sieht man an der unteren Kante gerade noch so die vorderste kleine Bohrung der Leerlaufdüse. In dem Fall tourt sie gut über 1000U/min.
- Ziehe ich leicht mit den Fingern an den Synchronisationsschrauben, verschließt sich diese Bohrung und die Drehzahl fällt gut unter 1000U/min.
In beiden Fällen ist der Motorlauf ruhig und schwankt nicht.
-> Ist das wirklich der Einstelbereich, in dem die Anschlagschraube den Leerlauf beeinflusst?
-> Kommt die Luft durch die Bohrung des Chokekanals? Venturi Effekt ist ja dann nicht mehr zu der CO Eintellschraube. Wo kommt das Gemisch her?

Seit Herbst ist das Motorrad unfassbar schlecht angesprungen und deshalb habe ich Pflege betrieben:
- Vergaser komplett zerlegt und gereinigt (Industriereiniger->Ultraschall->Druckluft->Nylonschnur)
- Ventilspiel eingestellt E0,18 A0,23 etwas mehr als saugend also tendenziellminimal weniger (war aller höchste Zeit, da manche kaum mehr messbar waren)
- Zündkabelk und Kerzen neu.
- Ölwechsel mit Filter und Ölstand Check nach Zigaretten Methode.
- Edit: Vergaser synchronisiert in dem Bereich über 1000 Umdrehungen. Arbeiten auch synchron im Bereich unter den 1000 Umdrehungen
- Edit: Gemisch an Zylinder 1 und 4 per Colortune gecheckt und eingestellt

Leider ist vor dem Vergaser und nach dem Auslass nichts original (schon seit vielen Jahren und km). Das macht das ganze nicht einfacher aber meines Verständnisses nach sollte das im Verstellbereich der Drosselklappe für den Leerlauf keinen großen Einfluss haben, da der Luftdurchsatz vorne und hinten bei der geringen Drehzahl überschaubar ist (Staudrücke Resonanz usw...).

Vielen Dank schon mal vorab für eventuelle Gesprächsbeteiligung
 
Ich habe nun weiter versucht den Vergaser ans laufen zu bringen und will die Erkenntnisse kund tun

- Im Leerlauf habe ich die Vergaser an der Drosselklappenwelle und den Ansauggummis mit Bremsenreiniger abgesprüht und keinen Einfluss festgestellt. Also gehe ich davon aus, dass ich kein Falschluftproblem habe. Habe trotzdem nochmal die Aufhängungen mit Balistol getränkt um den Filzen einen Gefallen zu tun.
- Bei einer weiteren Demontage der Vergaser habe ich festgestellt, dass die Ansauggummis im unteren Bereich annähernd nass waren. Alle 4. Also irgendwie Sprit angesaugt der nicht zerstäubt wurde.
- Ich habe an der Vergaser Auslassseite, bei geschlossener Drosselklappe, mal gepustet und gesaugt und konnte lediglich in der Schwimmerkammer und der Luftbohrung eingangsseitig eine Reaktion wahrnehmen. Also vermutlich wirklich keine Falschluft.
- Zur Montage hatte ich 2 verschiedenen Reparatursätze gekauft weil die so günstig waren um lediglich die Schwimmerkammer Dichtungen zu verwenden, Düsen und Schwimmernadeln waren optisch noch in Ordnung. Darauf bezieht sich meine nächste große Frage:

Wie muß die Nadel der Leerlaufgemischschrauben gestaltet sein? Alle 3 verschiedenen Nadeln (die verbauten / Reparatursatz 1 / Reparatursatz 2) sind unterschiedlich. Hier mal die Eigenschaften der einzelnen:
- Die verbauten:
minimal konisch Spitze oben etwa 0,6mm Spitze unten etwa 0,9mm
- Satz 1
minimal konisch Spitze oben etwa 0,8mm Spitze unten etwa 1,1mm
- Satz 2
ziemlich konisch Spitze oben etwa 0,5mm Spitze unten etwa 1mm
Gibt es Erfahrungen welche Sinn machen und am ehesten Funktionieren? Gibt es da auch verschiedene Spezifikationen oder machen es die Hersteller wie sie gerade lustig sind?
Ich werde am Wochenende einfach mal alle probieren und das Verhalten beobachten
 
Es gibt nur eine Form für die LLGES, die originale, alles andere funktioniert nicht.
Hab auch mal welche von Keyster eingebaut und mich gewundert das der Motor nicht mehr vernünftig läuft, alte rein und alles ist gut.
 
Mr. Stanley schrieb:
Das war nun sehr aufschlussreich aber irgendwann wae ich raus.
Hast du auch Kompression gemessen ?

Nein, das habe ich noch nicht gemacht. Da Der Motor ja eher zu hoch dreht, war meine Vermutung, dass die Kompression so schlecht nicht sein kann.

c-de-ville schrieb:
Es gibt nur eine Form für die LLGES, die originale, alles andere funktioniert nicht.
Hab auch mal welche von Keyster eingebaut und mich gewundert das der Motor nicht mehr vernünftig läuft, alte rein und alles ist gut.

In die Richtung tendiere ich prinzipiell ja auch. Nachdem ich nun 3 verschiedene Formen der Spitze daheim liegen habe würde ich gerne die verbauen, die den originalen am ähnlichsten sind.
Ich hatte gehofft jemand hier im Forum hat eventuell mal originale in der Hand und kann diese Information teilen.
 
Kompression prüfen ist das allererste überhaupt, denn da entscheidet es sich ob man weitermacht....

Vergaser:
Gummis undicht ist auszuschließen
Drosselklappenwellen undicht ist auszuschliessen, leider wäscht Bremsenreiniger noch mehr Fett raus, so dass die meisten Filzringe fettfrei sind. Seil- und Kettenspray ein paar mal danach anwenden.
90% der Probleme liegen im feinen Leerlaufsystem. Jede einzelne der Bohrungen und Kanäle ist auf freien Durchgang zu prüfen. Sehr gut dafür, aber gefährlich, ist das Feuerzeuggas im flüssigen Zustand.
Extrem sauber arbeiten, z.B. Schwimmernadelsitz gestuft polieren, den Stift mit Bremsenreiniger ausblasen, neu einölen.
LLGS-Sitz auch polieren, Sichtprüfung!
Mir wäre es rel. egal wie die Nadel aussieht, es wird sowieso jede einzelne individuell eingestellt und nicht pauschal.
Meine LLGS mit chinesischen Rändelschrauben funzen an allen Maschinen gut.
Unterdruckstopsel dicht?
Nadeltypen notiert, Düsengrößen nachgemessen und notiert?
Membranen rissfrei und sitzen richtig?
Schwimmerstand im Betrieb richtig?
Benzinschlauch kurz und ohne Knick?

Vergaser mit Ultraschall mach ich auch, dient hauptsächlich den sauberen Händen beim Arbeiten, viel mehr nicht.
Vergaser sorgfältig komplett: 8 Stunden.
Bild ist nicht von mir
 

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Wie war das Ventilspiel vorher, also vor dem Einstellen ?
War es zu stramm ....viel zu stramm, Eingeschlagene Ventile ein altes Kawa Problem.
 
Die Stellung der Drosselklappen ergibt sich durch Synchronisation und Leerlaufschraube, da gibt es keinen festen Wert. Manchmal ist es was ganz einfaches, der Gasgriff muss egal in welcher Stellung,ob der Lenker gerade aus, rechts oder links steht, ein Leerspiel von mindestens 2 mm. Er kann ruhig in der einen oder anderen Stellung mehr Spiel haben aber nie weniger als 2 mm. Wenn der öffner Gaszug zu stramm ist, kriegt man keine Leerlaufeinstellung hin.
 
Bitte entschuldigt, dass ich mich so lange nicht mehr gemeldet hatte. Vielen Dank für die Beteiligung und Gedankenanregungen.
Das Motorrad läuft wieder recht gut und hat seither rund 800km gemacht ohne Probleme.

Wie in meiner ursprünglichen Frage geschrieben, war ich interessiert daran ob die Drosselklappe per Anschlag optisch so weit geöffnet sein sollte, dass man das optisch deutlich erkennen kann, da ich trotz komplett entfernter Anschlagschraube den Leerlauf nicht einstellen konnte.
- Verzögertes abtouren wie wenn zu mager,
- "Benzinpfütze" im Ansaugkanal,
- Motor ging nie ganz aus trotz entfernter Anschlagscharaube,
- minimale öffnung der Drosselklappe führte zu total überhöhter Leerlaufdrehzahl

Am Ende lag es an der Form der Nadel, der Leerlaufgemisch Schraube. Nachdem ich die Nadeln aus "Satz 2" verbaut hatte, konnte ich das Leerlaufgemisch per ColorTune Kerzen gut einstellen und Synchronisation nochmals gemacht wobei die noch gut gepasst hatte.
So kam ich dann auch in den Bereich, in dem ich den Motor durch herausdrehen der Leerlaufschraube abwürgen konnte, was vorher nicht möglich war und tourt auch sauber ab ohne nach einer Weile nochmals abzusacken. Springt auch besser an als jemals zuvor.

-> Es gibt viele "Reparatursätze" für die Vergaser. Die Nadelspitze der Gemischschrauben ist wohl nicht so vereinheitlicht wie der Vergleich der 3 Sätze gezeigt hat. Es bietet sich also an, wenn man nach so einer Arbeit am Vergaser seltsames Leerlauferhalten hat, die Nadelform genauer anzuschauen. Ja, original Kawa ist sicher die zu bevorzugende Methode. Die Vergaserteile beim Händler zu kaufen würde aber vermutlich den Restwert meines Motorrades überschreiten wodurch ich (und vielleicht auch andere) auf Zubehörteile zurück greifen.
 
Ich hatte Glück mit den LLGS aus China, mit Rändelrad.
Passten auf Anhieb. Sind nun in der ZL und bei der Zephyr verbaut.
 
Ich hatte es ja vermutet. Was an der LLGES verschleißen soll entzieht sich meiner Kenntnis, deshalb fahre ich noch die originalen. Das Problem war mir nur bekannt weil ich mal bei einem Bekannten die Vergaser überholen und einstellen sollte.

Schön das sie‘s wieder tut.
 
Ich hatte es ja vermutet. Was an der LLGES verschleißen soll entzieht sich meiner Kenntnis, deshalb fahre ich noch die originalen. Das Problem war mir nur bekannt weil ich mal bei einem Bekannten die Vergaser überholen und einstellen sollte.

Schön das sie‘s wieder tut.

Ich nutze auch nur noch die originalen, die ich kurz überpoliere. Die anderen funktionieren auch, allerdings bist Du bei den Einstellwerten dann meist meilenweit neben den 2,5 Umdrehungen. Zumindest zum groben Einstellen sollte das nach Buch schon passen.

Gruß, Alex
 
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