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Alt 05.09.2016, 17:04   #1
Alex
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Daumen runter Toller Bericht

Es gibt so Berichterstattungen, da fragt man sich, wovon solche Journalisten leben...

Grad bei Motorrad-Online gefunden:



Der Stadtguerillero und die Kawasaki ZL 900 Eliminator


Gerd Mayer, 38, leitender Grafiker, hat schon im Job genug Stress und will nicht auch noch im Berufsverkehr wertvolle Zeit liegen lassen. Die ZL 900 für ihn: eine echte Geduldsprobe.



Foto: Dentges


Mein Scooter Kymco DJ 125 S ist ein hochpräzises Skalpell für die „Operation Stadtverkehr“. Bei roter Ampel auf die Pole Position vorfahren, bei Grün vorneweg düsen, und dort, wo ich mich nicht durchschlängeln kann, geht es selbst zu Fuß nicht weiter. Und nun soll ich eine Woche lang die Eliminator ausprobieren. Einen Ofen, der im vollgestopften Stadtverkehr völlig fehl am Platz ist. Ich bin mehr als skeptisch.
Erster Eindruck nach Probefahrt: bleischwer, übermotorisiert, unhandlich und wegen des ergonomisch fragwürdigen, weil komisch gekröpften Zubehör-Lenkers zudem noch unbequem. Die ersten Meter bergab durchs ruhige Wohnviertel verlaufen noch ganz gut, aber auf der als Durchfahrtstangente genutzten, viel befahrenen Stadtteilhauptstraße mit Straßenbahnschienen stelle ich fest, was für einen Klotz ich ans Bein gebunden bekommen habe. Unvermittelt auftauchende Ein- und Ausparker und alle naselang eine Fußgängerampel stressen mich schwer.


Die dank nachgerüsteter Ochsenaugenblinker übermäßige Fahrzeugbreite verhindert das Durchschlängeln an Ampelstaus effektiv. Nervige hochfrequente Vibrationen in jedem Drehzahlbereich, der Sound ein bloßes Geschepper. Der Fahrstuhleffekt des Kardans ruft das Baujahr wieder ins Gedächtnis. Zudem stinkt die Karre penetrant nach Sprit. Vor dem Wagenburgtunnel,
einem berüchtigten Nadelöhr im Stuttgarter Berufsverkehr, strande ich vollends. Null Durchkommen, ich muss mich hinter allen wartenden Autos anstellen, Mannomann, ich komme jetzt schon zu spät zur Arbeit!

Aber es gibt auch andere Erlebnisse. Mit meinem Taiwan-Scooter bin ich unauf*fällig unterwegs, mit der Eliminator? Unmöglich! Sie drückt einem den Stempel des notorischen Gesetzesbrechers auf. Die ZL polarisiert. Die einen runzeln die Stirn, finden sie total daneben. Die anderen finden sie cool. Das sind meist Leute, die bei der Kinopremiere von „Mad Max 1” im Jahre 1980 schon volljährig waren. Wie der Fahrer des Handwerker-Transporters, der mich an der Ampel mit Gasstößen und hochgereckten Daumen zum Dragsterstart überreden will. Ich tue ihm den Gefallen, denn für irgendwas muss dieser unzeitgemäße Dinosaurier auf zwei Rädern ja gemacht sein.
"Ich will meinen Roller zurück!"

Wenn die Bahn tatsächlich mal frei ist, dann macht die Kawa echt Spaß. Martialisch drauflosballern, mit Vollgas vorwärts, plötzlich verwandelt sich das Motorgeschepper zu Vierzylinder-Viertakt-Dolby-Surround. Und es stinkt nicht mehr, es duftet nach Benzin. Obwohl – ganz schön heftig, was da in die Nase steigt. Ich blicke zum Benzinhahn herunter. Der Sprit spröttert pulsierend in Richtung Motorblock, undichte Membran? Wohl besser in die Werkstatt, Ende der Dienstfahrt. Ich will meinen Roller zurück – zwar weniger Abenteuer, aber auch weniger Stress.
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg 050_Leben_3000 Euro Bikes_Kawasaki ZL 900Teil 3.jpg.2780664.jpg (22,1 KB, 128x aufgerufen)
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Verdrängen kann man vieles, wirklich vergessen werden wir nie!!

Thomas, mein Freund... Wir sehen uns wieder!
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