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Alt 02.11.2008, 22:04   #13
Henrik
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Zitat:
Zitat von Probse Beitrag anzeigen
Hallo Rainer,
Das Thema habe ich gegooglet:
Die erste:
Dehnschrauben sind so genannte nachgiebige Konstruktionen mit großen Dehnlängen. Sie sind von Vorteil wenn es zu großen Temperaturdifferenzen kommt und damit zu großen Längenänderungen käme. Die Dehnschraube behält ungefähr die gleiche Vorspannung während sämtlicher Zustände.
Motorenkurbellager- und Grundlagerbolzen sind immer Dehnschrauben mit Führungszylindern.
Zu vermeiden sind in einer Konstruktion ungleich lange Schrauben. Die längeren dehnen sich mehr aus als die kurzen. Die Gesamtbelastung verteilt sich dann ungleich. Man nimmt dann viele kleine Schrauben.

In einigen Konstruktionen des Motorenbaus gibt es den Hinweis des Herstellers, dass die Dehnschrauben nach Lösen der Mutter, immer zu erneuern sind. Besonders bei Kurbellagern. Im PKW Motorenbau sollen Kopfschrauben (Dehnschrauben) kein zweites Mal verwendet werden.

Die zweite:
Dehnschrauben wurden entwickelt, daß die über die Vorspannkraft
hinausgehende Schrauben-Zusatzkraft Fsa und damit die Dauerschwing-
belastung klein gehalten werden sollte, um bei begrenzter Dauerhalt-
barkeit des Gewindes eine hohe dynamische Belastbarkeit der Schrauben-
verbindung zu ermöglichen.
Dies gelingt nur, wenn die verspannten Teile (Platten) steifer, oder
die Schraube dehnelastischer gemacht wird. Dünnere Schraubenschäfte,
sogenannte Dehnschäfte führen zu größeren elastischen Nachgiebigkeiten, aber auch zu geringeren Vorspannkräften aufgrund
des kleineren Schaft-Querschnitts At.
Weitere Vorteile von Dehnschrauben:
Bei überlagerten Biegebeanspruchungen haben Dehnschrauben infolge
ihres schlanken Schaftes ein geringeres Widerstandsmoment als Schaftschrauben. Dadurch wird auch die zusätzliche Biegebeanspruchung an den Stellen höchster Beanspruchung (meist im ersten tragenden Bolzengewindegang) niedriger gehalten.
In querbelasteten Schraubenverbindungen mit fehlendem Formschluss kann
Querverschiebung stattfinden, dort müssen Schrauben mit möglich großer
Elastizität und trotzdem hoher Vorspannkraft eingesetzt werden, dies
spricht eindeutig für Dehnschrauben mit hoher Festigkeit.
Aufgrund des grösseren elastischen und plastischen Dehnvermögens von
Dehnschrauben gegenüber Starrschrauben sind Dehnschrauben bei Anzugs-
verfahren, die bis an die Streckgrenze gehen anzugsicher. Der Anzugs-
winkel bei der Anziehdrehwinkelmethode kann zuverlässig mit grosser
Toleranz so gewählt werden, dass die Schraubenstreckgrenze mit
Sicherheit erreicht wird.

Es kann klappen, muss es aber nicht...
Moin Probse,

da merkt man aber schon ganz schön den Techniker (Theoretiker) raus.
Das hat dem Rainer sicherlich ganz viel geholfen.
Manchmal sind praxiserprobte Handhabungen sinnvoller wie das ganze theoretische gedusel.
Es ist zwar schön wenn man alles theoretisch erklären kann und auch genau weiss wie das theoretisch funktionieren soll, nur liegen oft Theorie und Praxis sehr weit auseinander. Ich bim halt mehr der Praktiker. Und wenn ich mir im Stahl und Maschinenbau die meisten Ingenieure anschaue was die so von sich geben. Da fallen einem echt schon mal sämtliche Haare aus. Oft geht es nie und nimmer in der Praxis, was sich die Büroleute so schön auf dem Papier aufgezeichnet haben.

VG Henrik
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