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Alt 02.11.2008, 21:38   #8
Probse
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Zitat:
Zitat von hightower Beitrag anzeigen
Moin Leute,
ich stelle gerade eine Ersatzteileliste für meine Motorreparatur zusammen.

Die Frage:
Kann man die Zylinderkopfschrauben mit gutem Gewissen weiter verwenden?
Das sind ja wohl Dehnschrauben und bei Volker hatte ich keine gefunden, außerdem bin ich sicher ob man die wirklich neu nehmen muss.

Außerdem:
Ich glaube die Steuerketten für die 900R und die 1000RX sind gleich. Richtig?
Hallo Rainer,
Das Thema habe ich gegooglet:
Die erste:
Dehnschrauben sind so genannte nachgiebige Konstruktionen mit großen Dehnlängen. Sie sind von Vorteil wenn es zu großen Temperaturdifferenzen kommt und damit zu großen Längenänderungen käme. Die Dehnschraube behält ungefähr die gleiche Vorspannung während sämtlicher Zustände.
Motorenkurbellager- und Grundlagerbolzen sind immer Dehnschrauben mit Führungszylindern.
Zu vermeiden sind in einer Konstruktion ungleich lange Schrauben. Die längeren dehnen sich mehr aus als die kurzen. Die Gesamtbelastung verteilt sich dann ungleich. Man nimmt dann viele kleine Schrauben.

In einigen Konstruktionen des Motorenbaus gibt es den Hinweis des Herstellers, dass die Dehnschrauben nach Lösen der Mutter, immer zu erneuern sind. Besonders bei Kurbellagern. Im PKW Motorenbau sollen Kopfschrauben (Dehnschrauben) kein zweites Mal verwendet werden.

Die zweite:
Dehnschrauben wurden entwickelt, daß die über die Vorspannkraft
hinausgehende Schrauben-Zusatzkraft Fsa und damit die Dauerschwing-
belastung klein gehalten werden sollte, um bei begrenzter Dauerhalt-
barkeit des Gewindes eine hohe dynamische Belastbarkeit der Schrauben-
verbindung zu ermöglichen.
Dies gelingt nur, wenn die verspannten Teile (Platten) steifer, oder
die Schraube dehnelastischer gemacht wird. Dünnere Schraubenschäfte,
sogenannte Dehnschäfte führen zu größeren elastischen Nachgiebigkeiten, aber auch zu geringeren Vorspannkräften aufgrund
des kleineren Schaft-Querschnitts At.
Weitere Vorteile von Dehnschrauben:
Bei überlagerten Biegebeanspruchungen haben Dehnschrauben infolge
ihres schlanken Schaftes ein geringeres Widerstandsmoment als Schaftschrauben. Dadurch wird auch die zusätzliche Biegebeanspruchung an den Stellen höchster Beanspruchung (meist im ersten tragenden Bolzengewindegang) niedriger gehalten.
In querbelasteten Schraubenverbindungen mit fehlendem Formschluss kann
Querverschiebung stattfinden, dort müssen Schrauben mit möglich großer
Elastizität und trotzdem hoher Vorspannkraft eingesetzt werden, dies
spricht eindeutig für Dehnschrauben mit hoher Festigkeit.
Aufgrund des grösseren elastischen und plastischen Dehnvermögens von
Dehnschrauben gegenüber Starrschrauben sind Dehnschrauben bei Anzugs-
verfahren, die bis an die Streckgrenze gehen anzugsicher. Der Anzugs-
winkel bei der Anziehdrehwinkelmethode kann zuverlässig mit grosser
Toleranz so gewählt werden, dass die Schraubenstreckgrenze mit
Sicherheit erreicht wird.

Es kann klappen, muss es aber nicht...
__________________
Grüße aus dem nördlichsten und schönsten Bundesland
Probse (Pumuckl) der reisefreudige Wikinger

weil nichts besseres da war, fahre ich Kawa
leben und leben lassen ist meine Devise...
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