Vergaserproblem bei Choke ZL900

Alex

Well-known member
Hab da an meiner Eli ein kleines Phänomen, dem ich gerne auf die Spur kommen möchte:

Wenn sie ganz kalt ist, und ich sie daher mit Choke starten muß, kann ich die ersten 2-3 Minuten kein Gas geben, weil sie sonst sofort ausgeht. Mache ich den Choke aber sofort nach dem Starten wieder rein ( ist klar, laufen tut sie dann nicht wirklich ), nimmt sie aber problemlos Gas an. Läuft sie ein paar Minuten mit Choke, ist danach auch alles problemlos.

Mit meiner Color-Tune-Kerze ( Ja, nicht nur RSK hat sowas 😉 ) sieht man ganz gut, daß mit Choke angefettet wird, beim Gasgeben aber sofort abmagert und der Motor dann ausgeht.

Ist der Choke draußen, ist die Verbrennung normal, beim Gasstoß dagegen fettet der Vergaser leicht an. Also eigentlich so wie es sein soll.

Liegt das an der von Haus aus mageren Abstimmung der amerikanischen Maschine? Das Problem konnte ich an der Honda CBF600 auch beobachten, allerdings ist die beim Gasgeben im Chokebetrieb gleich ersoffen und ließ sich dann nur schwer wieder starten.

Ansonsten läuft alles bestens, nur im Choke-Betrieb hakt es. Bin ja nun in Sachen Vergaser nicht unbedingt blöd, aber diesen Zusammenhänge verstehe ich nicht ganz.

Gruß, Alex
 
Zuletzt bearbeitet:
Dat is bei mir genauso. Erst möp anschmeißen und Helm auf und Handschuhe an und es kann losgehen. Warum dat mit dem choke so weiß ich allerdings auch nicht, ich kann damit leben.
 
Das kenn' ich aber auch vom GPZ-Vergaser, nur nicht so extrem...

Meine Theorie dazu:

Das Choke-System ist ja ein Mini-Vergaser im Vergaser, denn der Choke-Kolben öffnet einen Venturi-Kanal zur Luftkammer unterhalb der Vergasermembran mit Umgebungsdruck. Der Kraftstoff kommt aus einem Steigrohr aus der Schwimmerkammer (die Messingdüse zwischen Haupt und Leerlaufdüse). Dadurch wird beim Öffnen des Choke-Kolbens zusätzlich Gemisch bereit gestellt. Das ganze funktioniert nur in relativ engen Strömungsgrenzen, also bei bestimmten Untedruckverhältnissen. Wenn jetzt zusätzlich die Drosselklappe geöffnet wird, verteilt sich der Unterdruck auf zwei Wege: das Haupt-Venturi und das Choke-Venturi. D.h. dem Choke wird also Unterdruck bzw. Strömungsgeschwindigkeit über den Hauptweg "geklaut" und dann reicht's möglicherweise nicht mehr für eine Vermischung mit dem Kraftstoff oder aber der Unterdruck ist dann zu gering, um den Kraftstoff durch das recht lange Zuleitungsrohr bis oberhalb des Ansaugkanals zu befördern. D.h. also, der zusätzliche Strom fällt weg und der Hauptstrom reicht noch nicht aus, um bei der aktuellen Drehzahl für ein passendes Gemisch zu sorgen. Wenn die Hauptdüse dazu noch relativ klein ist, verschärft sich der Effekt natürlich, weil das Gemisch in diesem Moment erst recht zu mager ist.

Denke ich mir jedenfalls so....

Gruß

Michael
 
Das kenn' ich aber auch vom GPZ-Vergaser, nur nicht so extrem...

Meine Theorie dazu: ...

Gruß

Michael

Ja, das klingt schon mal sehr plausibel. Aber was ich dabei nicht verstehe, ist, wenn ich in der Warmlaufphase, also wenn der Motor das fette Gemisch noch brauch, den Choke weg nehme, nimmt sie problemlos Gas an. Dann läuft sie ja eigentlich erst recht zu mager...

Hmm... vielleicht doch mal drüber nachdenken, ob ein Jetkit was bringt...

Gruß, Alex
 
Dat is bei mir genauso. Erst möp anschmeißen und Helm auf und Handschuhe an und es kann losgehen. Warum dat mit dem choke so weiß ich allerdings auch nicht, ich kann damit leben.

Das würde mich zumindest in meiner Meinung bestärken, daß das an der Konstelation 900er Motor + kleiner Vergaser + magere amerik. Abstimmung liegt, da der Thomas60 mit seiner Eli ein ähnliches Problem hat.

Gruß, Alex
 
Wenn jetzt zusätzlich die Drosselklappe geöffnet wird, verteilt sich der Unterdruck auf zwei Wege: das Haupt-Venturi und das Choke-Venturi. D.h. dem Choke wird also Unterdruck bzw. Strömungsgeschwindigkeit über den Hauptweg "geklaut" und dann reicht's möglicherweise nicht mehr für eine Vermischung mit dem Kraftstoff oder aber der Unterdruck ist dann zu gering, um den Kraftstoff durch das recht lange Zuleitungsrohr bis oberhalb des Ansaugkanals zu befördern. D.h. also, der zusätzliche Strom fällt weg und der Hauptstrom reicht noch nicht aus, um bei der aktuellen Drehzahl für ein passendes Gemisch zu sorgen. Wenn die Hauptdüse dazu noch relativ klein ist, verschärft sich der Effekt natürlich, weil das Gemisch in diesem Moment erst recht zu mager ist.
Hab da nochmal drüber nachgedacht und bin auf mehrere Möglichkeiten gekommen warum der Gesamtgemischstrom abmagert. Jedenfalls ist das o.a physikalisch nicht korrekt. Es hat eher was mit den Volumenströmen zu tun und den verschiedenen Geschwindigkeiten, die sich bei den Durchmessern ergeben und der sich damit ändernden, mitgerissenen Kraftstoffmenge. Ich hab aber leider in meinen Physikbüchern noch kein Beispiel gefunden, wo parallele Venturirohre behandelt werden.

Gruß

Michael
 
Hab da nochmal drüber nachgedacht und bin auf mehrere Möglichkeiten gekommen warum der Gesamtgemischstrom abmagert. Jedenfalls ist das o.a physikalisch nicht korrekt. Es hat eher was mit den Volumenströmen zu tun und den verschiedenen Geschwindigkeiten, die sich bei den Durchmessern ergeben und der sich damit ändernden, mitgerissenen Kraftstoffmenge. Ich hab aber leider in meinen Physikbüchern noch kein Beispiel gefunden, wo parallele Venturirohre behandelt werden.

Gruß

Michael

Auf jeden Fall weiß ich jetzt, warum Du mit dem Vergaser- und Einspritzanlagen-Buch so gut klar kommst und ich nicht...:s047:
 
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